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  • Miriam

Was für die Raupe das Ende der Welt,ist für den Rest der Welt ein Schmetterling. (Laotse)

Die Raupe schlüpft aus ihrem Ei, ist häufig perfekt ihrer Umgebung angepasst, frisst (manchmal nur eine einzige Pflanzenart) und wächst. (In diesem Bild gibt es durchaus Ähnlichkeiten zu klassischen Musikern...)





Selbst wenn die Raupe nicht in ihrem kurzen Leben von einem Vogel verspeist wird, steht ihr eine Krise bevor, die aus Raupensicht das persönliche Ende bedeutet.

Für Menschen sind im Umgang mit Krisen drei Dinge relevant: Wie schätzen wir die Bedrohung der Situation für uns selbst ein, wie unsere persönlichen Handlungsmöglichkeiten und wie den Erfolg unserer Handlungen.


Auf dieselbe Situation können Menschen vollkommen unterschiedlich reagieren.

Manche mit Verzweiflung – und manche mit Gelassenheit (oder Neugier oder ???), manche mit Erstarrung, andere mit Aktivität, manche voller (Selbst-)zweifel und andere mit großem Optimismus. Welche kommen wohl besser mit der Krise zurecht?


Ich weiß nicht, ob Raupen ein Seelenleben haben und wenn ja, wie es darum bestellt

ist. Aber die „Corona-Krise“ lädt mich und viele andere Künstler*innen gerade dazu ein, sie als das „Ende der Welt“ zu betrachten und mit Verzweiflung, Erstarrung und Selbstzweifeln darauf zu reagieren.


Ich wäre nicht ich, wenn ich dieses „Heile-Welt-Bild“ von Raupe und Schmetterling hier so stehen ließe. Einem Ertrinkenden, der ums Überleben kämpft, helfen die Bilder vom Skelett auf dem Meeresboden, in das er sich demnächst verwandelt haben wird, wenig.

Zunächst muss also das Überleben sichergestellt sein!


Aber wenn das geschafft ist, dann ist Zeit und Raum für das „so tun als ob“, für Gedanken, Träume, Pläne, die zu Zielen werden und uns Flügel verleihen.

Wenn wir deshalb jetzt einfach mal so täten, als ob wir sicher wüssten, dass wir am Ende „wie Schmetterlinge“ aus dieser Krise herausflattern?! Verwandelt, aber beflügelt. Wenn wir uns auf das konzentrierten, was „danach“ anders, aber noch schöner, besser, interessanter sein könnte.

  • Neu erworbene Fähigkeiten (viele von uns können plötzlich mit Zoom umgehen, haben sich Video-Techniken angeeignet...)

  • Neues Selbstbewusstsein und Gedanken über den wahren Wert unseres Tuns (auch und gerade finanziell)

  • Neue Konzertformate

  • Neue Wege, Geld zu verdienen, über die wir bisher nie nachgedacht haben, die aber auch befriedigend oder gar beglückend sind

  • Neue Menschen, mit denen wir plötzlich zu tun haben, und die uns und unser Leben bereichern

  • Neue Solidarität untereinander


Ich bin sicher, allen fallen dazu bei näherer Betrachtung noch Ergänzungen ein. Dir fällt es schwer, so weit zu denken?


Dann hilft vielleicht das Bild der guten Fee. Woran erkennst du, dass sie deine Wünsche erfüllt hat? Welche Fähigkeiten und Gedanken würde die Fee dir schenken, damit du dir selber deine Wünsche erfüllen kannst?

Stell dir vor, du würdest in einem Jahr zurückschauen: Was wäre dann wichtig?

Welche Fähigkeiten hätten dir dorthin geholfen? Wo hast du sie schon gehabt? Was bräuchtest du, um sagen zu können, du habest diese Zeit erfolgreich gemeistert? Welchen ersten Schritt in diese Richtung kannst du heute schon gehen?


Wenn wir im ersten Schritt die Gedanken aus der Erstarrung befreien, können wir uns Ziele setzen und ins Handeln kommen. Lernen wir unsere Flügel zu gebrauchen, um Ziele zu erreichen!

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