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  • Miriam

Abgesungen? Müde Stimme? Was Dir hilft.

Krass, was Duschen bewirkt. Eben noch müde, kaputt, schlecht gelaunt. Jetzt müde, kaputt, schlecht gelaunt mit Vanillegeruch.

Und was hat das mit der Stimme zu tun?

Ich habe eine Mail von einer Sängerin bekommen mit einer sehr interessanten Frage (Vielen Dank dafür :-) ): „Wenn ich länger in der Höhe war, hab ich Schwierigkeiten, wieder nach unten zu kommen. Als wenn ich nicht mehr „locker“ genug wäre? Wo ist der Fehler?! War ich Oben zu angespannt? Oder stütze ich unten nicht genug?“


Singen (und sprechen) sind muskuläre Tätigkeiten.

Machen wir uns - bei aller Gesangstechnik - nichts vor: Hohe Töne singen und auch lautes Sprechen ist auf die Dauer anstrengend. Vereinfacht gesagt werden beim Singen von hohen Tönen die Stimmlippen gedehnt und gespannt, bei tiefen sind sie dagegen kurz und dick. Bei einseitiger Belastung („Wenn ich länger in der Höhe war“) ermüden die Stimmmuskeln – oder sie verspannen. Es wird immer schwerer, die hohen Töne zu erreichen und die für die tiefen nötige „Entspannung“ zu erreichen.


Stimme entlasten Die Stimme wird entlastet und kann länger durchhalten, wenn wir den Körper richtig beteiligen (z.B. mit der Känguru-Übung). Auf die Frage bezogen bedeutet das: Mehr körperliche Stütze ermöglicht, länger stimmlich „entspannt“ hohe Töne zu singen. Alles, was wir muskulär im Körper tun können, müssen nicht die winzigen Stimmmuskeln im Kehlkopf übernehmen. Deshalb sollte das Üben der individuellen Höhenlage zeitlich limitiert sein. Auch die besten Sänger*innen (gerade die!) setzen ihre Spitzentöne sparsam ein.


Stimmliche Einstellung Hohe Töne benötigen zudem eine andere stimmliche „Einstellung“ als tiefe. Und auch diese Einstellung zu ändern, ist nicht so einfach. Profi-Sänger*innen in der Oper singen verschiedene Partien ihres Stimmfachs. Manche dieser Partien „liegen höher“, andere tiefer, d.h. sie bewegen sich innerhalb des Stimmumfangs des Sängers / der Sängerin überwiegend in einer etwas höheren oder tieferen Lage. Ich selber habe z.B. an der Komischen Oper Berlin kleinere Mezzo-Partien ebenso gesungen wie hohe Koloratur-Rollen. Das funktioniert in Maßen. Aber in einem verantwortlich handelnden Opernhaus würde man nicht morgens eine Mezzo-Partie proben lassen, wenn abends in der Vorstellung in den höchsten Sopran-Tönen gezwitschert werden soll. Das funktioniert nicht gut. Auch nicht in anderer Reihenfolge ;-)

Was hilft aber? 1., 2. und 3.: Körperbeteiligung (Stütze) in allen Lagen 4. Hohe Stellen nur in kurzen Etappen (je nach Trainingszustand einige Minuten) üben. Zum Töne-Lernen nach unten oktavieren. 5. Zwischendurch tiefere Abschnitte singen, damit die Stimme flexibel bleibt. 6. Pausen machen 7. Wenn es bereits „zu spät“ ist, Du Dich abgesungen fühlst: Tiefe, bequeme Glissandi mit Lippenflattern machen oder tiefes Summen (bitte nicht “drücken”!!!) 8. Körperliche Entspannung, z.B. für den Nacken, Schultern rollen, Zungengymnastik etc. 9. Stimmruhe Das bringt mich zurück zum Witz vom Beginn: Wenn die Stimme erstmal in diesem (Erschöpfungs)-Zustand ist, dann kann man nicht viel machen, außer Vanilleduft drüber zu verteilen – soll heißen, für ein bisschen Entspannung zu sorgen ;-) Besser ist es, schon vorher darauf zu achten, dass es nicht dazu kommt.


Individuelle Hilfe

kann ich Dir im (online-)Gesangsunterricht oder Stimmtraining anbieten. Meld Dich gerne bei mir - oder schick mir Deine ganz persönliche Frage: Mail an Miriam


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