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WARUM GESANGSUNTERRICHT?

Kann man singen lernen?

Die Frage, die mir als Gesangslehrerin oder Stimmtrainerin neben „Kann Singen Glas zerspringen lassen?“ am häufigsten gestellt wird, ist: „Kann man Singen lernen?“

Die Antwort auf die erste Frage ist eindeutig nein.

Die Antwort auf die zweite eindeutig ja. Natürlich kann man Singen lernen! Sonst wäre Gesangsunterricht sinn- (und ich arbeits-)los. Das sind wir aber nicht. 

Okay, ich gebe zu, diese Antwort ist nur bedingt zielführend.

Ich versuche es deshalb mal mit einer Art FAQ-Liste für Gesangsunterricht, also mit Antworten auf die Fragen, die ich besonders häufig höre.


Zu Beginn ganz Grundsätzliches:

 

1. WAS IST DER UNTERSCHIED ZWISCHEN KLASSISCHEM UND POP-GESANGSUNTERRICHT?

Ich selber habe das Singen durch klassischen Gesangsunterricht gelernt. Zum Gesangsunterricht für Jazz-, Rock- und Pop-Gesang gibt es einige Unterschiede, aber auch viele Gemeinsamkeiten.

Woran Du guten Gesangsunterricht erkennst, 

habe ich in diesem Artikel beschrieben https://www.stimm-erfolg.de/post/woran-man-guten-gesangunterricht-erkennt-acht-kriterien-fuer-guten-gesangsunterricht.

Im Idealfall erklärt Dir Dein Gesangslehrer oder Deine Gesangslehrerin, wie die Stimme grundsätzlich funktioniert und wie Du Deine Stimme richtig benutzt.

 

KLASSISCHER GESANGSUNTERRICHT

Im klassischen Gesangsunterricht lernst Du, allein mit Deiner Stimme (ohne Mikrofon) und über ein Orchester hinweg, einen Raum mit Klang zu erfüllen. 
Klassischer Gesangsunterricht hilft Dir außerdem, wenn Du in einem Chor mitsingen möchtest, der klassisches Repertoire singt: Das Weihnachtsoratorium von J.S.Bach, Händels Messias mit dem berühmten „Halleluja“ oder Beethovens 9. Sinfonie mit „Freude schöner Götterfunken“.

POP- ODER JAZZ-GESANGSUNTERRICHT

Als Pop-Sänger:in hast Du Mikrofon und Technik zur Verfügung, die Dich unterstützen. Das macht es Dir möglich, Deine Stimme sehr viel individueller zu nutzen. Du kannst Deine Stimme auf unterschiedlichste Art einsetzen, und Du musst nicht einem bestimmten Klangideal folgen. Wenn Deine Stimme sehr ausdrucksstark ist und Du durch Deinen Auftritt überzeugst, brauchst Du keinen riesigen Tonumfang, um bei Deinem Publikum gut anzukommen. 
Im Pop-Gesang stehst Du im Mittelpunkt – während im klassischen Gesang die Werke, die Du singst, im Vordergrund stehen.

SINGEN LERNEN OHNE UNTERRICHT

Auch ohne Gesangsunterricht kannst Du eine Menge dafür tun, um Deine Stimme zu trainieren und singen zu lernen. Ich habe z. B. in meinem Buch „49 Alltagstipps zum StimmErfolg“ https://www.stimm-erfolg.de/buch aufgeschrieben, wie Du beim Singen zuhause ganz einfach und quasi nebenbei Fortschritte machen kannst.

 

2. GESANGSUNTERRICHT: KOSTEN

Guter Gesangsunterricht kostet 40-60 € pro Stunde. Die Betonung liegt hier ausdrücklich auf „guter“. 
Informiere Dich vorab darüber, welche Ausbildung der Gesangslehrer oder die Gesangslehrerin hat, die Du Dir ausgesucht hast. 
Wer selber schon viel Erfahrung im Unterrichten und durch Konzerte hat, hat seinen Preis.  Guter Gesangsunterricht bringt Dich schneller und sicherer ans Ziel. Und das ist es doch, was Du willst. Erfolg beflügelt. 
Also: Vorsicht vor Billig-Preisen oder kostenlosen „Lockangeboten“! Was nützt Dir ein vermeintlich günstiges Angebot, wenn Du anschließend einen dauerhaften Stimmschaden hast oder eine falsche Gesangstechnik lernst, die Dir langfristig den Erfolg verbaut?
Wenn Du eine kostengünstigere Variante suchst, kannst Du zum Einstieg erstmal einen Gruppen-Unterricht oder -Kurs suchen. Dort lernst Du die Basics und kannst dann gut informiert nach einer Gesangslehrerin oder einem Gesangslehrer suchen, mit dem Du weiterarbeiten möchtest.

 

3. ONLINE GESANGSUNTERRICHT - KANN MAN ONLINE ZUHAUSE SINGEN LERNEN?

Kurze Antwort: Ja!

Lange Antwort: Hättest Du mich vor ein paar Jahren gefragt, wäre ich nicht so sicher gewesen. Ich erinnere mich gut daran, dass eine Bekannte mir erzählte, sie nehme online-Gesangsunterricht bei jemandem in Stockholm. Ich hatte nie zuvor von dieser Möglichkeit gehört und fand die Vorstellung ziemlich seltsam. 
Dann kam der große Technik-Turbo Corona. Wir alle haben innerhalb kürzester Zeit sehr viel dazugelernt – und alte Vorurteile oder Bedenken abgelegt. Ich habe online-Gesangsunterricht ausprobiert, weil ich meine Gesangs-Schüler:innen nicht im Stich lassen wollte. Wir erinnern uns kurz: Singen galt zwischenzeitlich als lebensgefährlich...! 
Inzwischen bin ich ein großer Fan von online Gesangsunterricht oder online Gesangskursen.
Sie haben nämlich viele Vorteile. 
Gerade wenn man nicht zentral, sondern vielleicht sogar auf dem Land wohnt, ist die Fahrerei zu einer richtig guten Gesangslehrerin oder einem guten Gesangslehrer manchmal ganz schön aufwendig. Online kannst Du das einfach von zu Hause aus erledigen und sparst eine Menge Zeit und Fahrtkosten. 
Ich gebe online-Gesangsunterricht für Schüler:innen aus ganz Deutschland. 
Es ist auch kein großes technisches Equipment nötig. Wichtig ist in erster Linie eine stabile, schnelle Internet-Verbindung.
Deshalb ist meine Antwort auf die Frage, ob man mit online-Gesangsunterricht zuhause singen lernen kann, „JA!“ – und: Dass Du es einfach mal ausprobieren solltest, wenn Du daran interessiert bist. 
Natürlich ist es auch möglich, beide Unterrichts-Arten zu kombinieren. Mal online-Gesangsunterricht, mal live.

 

4. WIE LÄUFT GESANGSUNTERRICHT AB?

Ganz zu Beginn sollte es ein Gespräch darüber geben, welche Ziele Du mit dem Unterricht erreichen möchtest. Es erfolgt eine „Status-Überprüfung“: Wo stehst Du mit Deiner Stimme jetzt gerade? Was sind Deine stimmlichen Stärken, wo wünschst Du Dir Hilfe?


Der eigentliche Gesangsunterricht beginnt mit 

  1. Übungen oder Erklärungen zur richtigen Körperhaltung und Atmung. Danach folgen das 

  2. Einsingen, Übungen, um die Stimme aufzuwärmen. Da es beim Singen um Muskeln geht, ist das genauso wichtig wie beim Sport. Einige Übungen findest Du auch auf meiner Seite.

  3. Übungen, um bestimmte technische Aspekte zu trainieren (hohe Töne, tiefe Töne, Koloraturen, Legato usw.). Dann folgt der schönste Teil:

  4. Arbeit an konkreten Liedern, Arien oder Songs

 

5. WAS IST BAUCHATMUNG?

Kann man Bauchatmung lernen?

Der Begriff „Bauchatmung“ ist irreführend, denn natürlich atmet der Mensch in die Lungen oder mit den Lungen, aber nicht in den oder mit dem Bauch. Wenn jemand Luft im Bauch hat, ist das eher unangenehm.

Wenn Du einatmest, füllen sich Deine Lungen mit Luft. Wie ein Luftballon, der aufgepustet wird, brauchen sie dann mehr Platz. Deine Lungen liegen in Deinem Brustkorb. Beim Einatmen weitet sich der Brustkorb, damit die Lungen die einströmende Luft aufnehmen können. 

Die Lungen dehnen sich aber auch nach unten aus. Das passiert, wenn sich das Zwerchfell, Dein Hauptatemmuskel, absenkt. Das Zwerchfell liegt wie eine Tortenhaube in Deinem Oberkörper und trennt den Brustraum vom unteren Bauchraum ab. Wenn sich das Zwerchfell beim Einatmen absenkt, muss alles, was unterhalb dieser „Tortenglocke“ in Deinem Bauch liegt, irgendwohin ausweichen. Das geht am leichtesten nach vorne. Deshalb wölbt sich bei der Einatmung die Bauchdecke nach außen.

Wenn Du ausatmest, steigt das Zwerchfell wieder an, die Luft entweicht aus den Lungen und auch der Bauch wird wieder flacher.

Dass in diesem Zusammenhang von „Bauchatmung“ gesprochen wird, liegt daran, dass die Bewegungen der Bauchdecke sehr gut zu beobachten sind. Diese Bewegungen (Bauch raus bei der Einatmung und Bauch rein bei der Ausatmung) sind aber eher eine Folge der (Lungen-)Atmung und dienen nur der Unterstützung des Zwerchfells. „Zwerchfellatmung“ trifft die Sache schon eher.

Die „Bauchatmung“ ist also ein ganz natürlicher Vorgang. Leider jagen die allermeisten von uns dem Schönheitsideal eines flachen Bauches nach – den die allerwenigsten haben. Die Folge: Wir laufen die meiste Zeit mit eingezogenen Bäuchen durchs Leben.

Dadurch ist keine entspannte Einatmung möglich, denn das Zwerchfell kann sich nicht vollständig absenken. In der Folge steigt meistens noch der Kehlkopf an, was sowohl beim Sprechen als auch beim Singen hinderlich ist.

Also: Natürlich kann man „Bauchatmung“ lernen. 

Bauchatmung lernen bedeutet sehr oft: Baueinziehen VER-lernen. Wenn Du beim Einatmen bewusst die Bauchdecke locker lässt (und zwar bis hinunter zum Schambein) und die Ausatmung ein wenig mit den Bauchmuskeln unterstützt, dann ist schon viel erreicht. 

Hier findest Du übrigens eine gute Übung für die „tiefe Bauchatmung“.

 

5. WAS BEDEUTET „STÜTZE“ BEIM SINGEN?

Der Begriff „Stütze“ beim Singen bezieht sich auf die Atmung

Es darum, mit Deiner Atmung Deine Stimme zu unterstützen. Im Gesangsunterricht gibt es viele Übungen für die Stütze.


Um bei der Einatmung Luft in die Lungen strömen zu lassen, weitet sich der Brustkorb, das Zwerchfell senkt sich ab und die Bauchdecke wird gelockert. Bei der Ausatmung passiert anschließend das Gegenteil. Das geschieht durch Atem- bzw. Atemhilfsmuskulatur.


Während der Ruheatmung sind Ein- und Ausatmung etwa gleich lang. Beim Singen und Sprechen muss aber zum einen die Ausatmung verlängert werden. Zum anderen muss der Atemdruck an die stimmlichen Erfordernisse (Lautstärke, verschiedene Tonhöhen) angepasst werden. 

Damit das möglich wird, ist „Stütze“ notwendig. „Stütze“ bedeutet grob gesagt, dass die körperlich geweitete Einatmungseinstellung auch während der Ausatmung beim Singen und Sprechen beibehalten wird. So kannst Du Luft genau dosiert abgeben, um den bestmöglichen Klang zu erzeugen.

Hilfreich dabei ist die beschriebene „Bauchatmung“. 

Gerade beim Singen von hohen Tönen ist es zusätzlich nützlich, „in den Rücken zu atmen“ (auch so ein irreführender Begriff), also bei der Einatmung bewusst den Rücken zu weiten – und diese Weite beim Singen und Sprechen möglichst lange beizubehalten.

Ich habe auf meinem Blog einige Artikel zum Thema Stütze veröffentlicht. In diesem hier findest Du hilfreiche Übungen zur Stütze beim Singen.

 

6. WAS HILFT, HOHE TÖNE ZU SINGEN?

Diese Frage stellt fast jeder im Gesangsunterricht.

Um hohe Töne leichter zu singen, helfen unterschiedliche Dinge. Dazu gehören auf jeden Fall die gerade beschriebene Stütze und der „Stimmsitz“. Was “Stimmsitz“ bedeutet und wie er Dir beim Singen von hohen Tönen hilft, habe ich im Artikel "Stimmsitz" beschrieben.


Wenn Du hohe Töne singen willst:

  • Halt Deinen Körper und Deinen Hals beim Singen geweitet (wie beim Einatmen).

  • Versuch beim Üben hoher Stellen mal, Deinen Unterkiefer nach rechts und links zu bewegen. Bist Du locker genug?

  • Um zu verhindern, dass Deine Zunge verkrampft (das stört den freien Stimmklang), kannst Du während des Singens die Zunge zügig vom rechten zum linken Mundwinkel hin und her wackeln lassen.

  • Im klassischen Gesang nutzen wir eine tiefe Kehlkopf-Stellung im Hals, um leichter hohe Töne zu singen. Um das zu erreichen, kannst Du z.B. sehr erstaunt einatmen. Achte darauf, was dann in Deinem Hals passiert bzw. wie sich das anfühlt. 

  • Damit Du diese Einstellung bei hohen Tönen beibehalten kannst, stell Dir nun vor, Du hättest in Verlängerung Deiner Wirbelsäule nach unten wie die Kängurus einen Schwanz. Wenn Du in die Höhe singst, gibst Du in den Knien ein wenig nach und stützt Dich hinten auf diesem Schwanz ab. (Das ist so ähnlich, wie sich auf einen sehr hohen Melkschemel zu setzen.) Das Becken wird leicht gekippt, der Rücken wird im Lendenbereich etwas „länger“ bzw. runder.

Da das Zwerchfell an den Lendenwirbeln angeheftet ist, wird es durch diese Bewegung gespannt. Über Muskelketten wird so der Kehlkopf in einer tieferen Position gehalten und steigt beim Singen der hohen Töne nicht an. Du kannst sie leichter singen, sie klingen nicht gepresst und weniger angestrengt. Genauer beschrieben habe ich es hier: 

 

7. WANN SOLLTE MAN MIT GESANGSUNTERRICHT ANFANGEN?

Am besten meldest Du Dich für den weltbesten Gesangsunterricht (online oder live) jetzt gleich und hier an :-)

https://www.stimm-erfolg.de/gesangsunterricht


Aber im Ernst: Du kannst jederzeit mit Gesangsunterricht anfangen.

 

GESANG STUDIEREN

Du willst das Singen zu Deinem Beruf machen? Dann sieht die Sache etwas anders aus, zumindest in der Klassik-Branche. 

Wenn Du Opern-Gesang studieren möchtest, hast Du als Frau die besten Chancen auf einen Studienplatz, wenn Du nicht älter als Anfang zwanzig bist. Bei den Männern geht es auch noch bis Mitte zwanzig. Je älter Du bist, desto überzeugender muss Deine Leistung sein. Ein bisschen Vorbereitung der Aufnahmeprüfung durch Gesangsunterricht sollte schon sein, also kümmere Dich rechtzeitig darum, falls Du in diese Richtung strebst.

Hier meine Gedanken zum Thema „Gesang studieren“ https://www.stimm-erfolg.de/post/musik-studieren-oder-lieber-etwas-richtiges

GESANGSUNTERRICHT FÜR KINDER

Ich habe schon als kleines Kind begeistert gesungen und hätte gerne Unterricht genommen. Gab’s aber bei uns auf dem Land nicht (und online Gesangsunterricht gab’s mangels Internet erst recht nicht).
Bei Kindern werden im Unterricht andere Schwerpunkte gesetzt. Es ist super, wenn schon früh Grundlagen für Atem und Stütze gelegt werden und die Stimme regelmäßig trainiert wird. Das Repertoire richtet sich ganz individuell nach dem, was möglich ist. Grob gesagt: Extreme vermeiden und nicht die Stimme überfordern. 
Gesangsunterricht schult hervorragend das Gehör, und wie anderer Instrumentalunterricht in der Kindheit fördert er das allgemeine musikalische Verständnis.

GESANGSUNTERRICHT FÜR SENIOREN

Singen ist keine Frage des Alters. Singen ist eine Frage des Wollens.
Gesungen wird mit Muskeln. Der Kehlkopf ist voll davon, und die Atmungsmuskulatur muss ich gar nicht extra erwähnen. Gezieltes Training führt über kurz oder lang zu Fortschritten. Das gilt auch für Senioren. Im Alter haben viele zum ersten Mal richtig Zeit, sich ausgiebig dem Singen zu widmen. Warum um Himmels Willen sollten sie es nicht tun?

 

8. HALSSCHMERZEN ODER HEISERKEIT NACH DEM SINGEN?

Was hilft?

Du hast Halsschmerzen nach dem Singen oder bist heiser? Das ist gar nicht gut. Es zeigt nämlich, dass Du irgendetwas gemacht hast, was Deiner Stimme geschadet hat.

Hattest Du vielleicht schon vorher leichtes Halskratzen und hast trotzdem gesungen?

Hast Du zu lange gesungen? Hast Du zu laut gesungen, weil Du Dich selber nicht gut hören konntest oder weil es um Dich herum zu laut war? Hast Du mit falscher Technik gesungen, z. B. mit zu wenig Stütze (s.o.) und zu viel Druck?

Egal, was es war. Versuch dieses Verhalten in Zukunft zu vermeiden. 

Wenn der Fall nun aber trotzdem eingetreten ist, hilft am besten Stimmruhe. Bei Virus-Infekten tut es gut, Honig zu lutschen, denn er wirkt entzündungshemmend. Alles, was Deine Hals-Schleimhaut feucht hält, wirkt sich günstig aus.

Hast Du nur ganz leichte Halsschmerzen nach dem Singen, die sich nicht „wund“, sondern eher nach „müde“ oder „abgesungen“ anfühlen, kannst Du es auch mit leichtem Summen oder noch besser Lippenflattern (schnauben wie ein Pferd) versuchen. Wähle eine bequeme Lage, damit Deine Stimme entspannt bleibt.

Halten Halsschmerzen oder Heiserkeit länger an, solltest Du zum Arzt gehen, um die Ursache abzuklären. 

In diesem Artikel habe ich ausführlicher beschrieben, was Du machen kannst, wenn Deine Stimme müde bist oder Du Dich abgesungen fühlst. https://www.stimm-erfolg.de/post/abgesungen-muede-stimme-was-dir-hilft

 

9. WELCHE STIMMLAGE HABE ICH?

Was bedeutet „Stimmlage“ und welche Stimmlagen gibt es?

Manche Menschen haben eher tiefe, sonore Stimmen und können besonders gut tiefe Töne singen. Anderen liegt es, hohe Töne zu singen. Der Tonhöhenbereich, in dem Du ausdauernd und ohne große Anstrengung singen kannst, bestimmt Deine Stimmlage. Sie ist physisch vorgegeben. Durch Singen Üben kannst Du Deinen Tonumfang erweitern, aber nur in einem bestimmten Rahmen. Deine Stimmlage richtet sich auch danach, in welchem Tonbereich Deine Stimme besonders ansprechend klingt.

 

MÄNNERSTIMMEN

Bei den Männerstimmen gibt es die Stimmlagen 

  • Bass (tiefe Stimme), 

  • Bariton (mittlere Stimme) und 

  • Tenor (hohe Stimme).

FRAUENSTIMMEN

Die Frauenstimmen heißen

  • Alt (tief), 

  • Mezzosopran (mittlere Stimme) und 

  • Sopran (hoch).

 

Manche Männer können dank spezieller Gesangstechnik so hoch singen wie Frauen. Man spricht dann von der Stimmlage des Countertenors. Meistens klingen sie ähnlich der weiblichen Alt-Stimme – daher nennt man sie auch „Altus“. Es gibt aber auch männliche Sopranisten.


Manchmal lässt sich die Frage „Bin ich Sopran / Alt / Tenor / Bass?“ ganz eindeutig und schnell beantworten. 

Das ist aber nicht immer so. Mit Übung bzw. durch Gesangsunterricht verändert sich eine Stimme gerade zu Beginn ziemlich schnell. Der Tonumfang und Klangfarbe wachsen und werden flexibler.

In solchen Fällen ist meine Antwort: Wenn Du nicht in einem Chor singst und Dich für eine Stimme entscheiden musst, dann geht es erstmal darum, Deine Stimme zum mühelosen Klingen zu bringen. Ich halte nichts davon, eine Stimme in eine bestimmte Schublade zu stecken. Erstmal sollte sie frei und mühelos klingen können, dann kommt die Frage nach der Stimmlage.

Im klassischen Gesang geht es zusätzlich zur Stimmlage noch um das Stimmfach .

Das Stimmfach gibt an, für welche Opern-Rollen oder -Charaktere eine Stimme geeignet ist. Das ist teilweise Geschmackssache, teils physisch vorgegeben. So gibt es z.B. „dramatische“, „lyrische“ und Koloratur-Sopräne oder Helden- und Spieltenöre. Die Übergänge sind fließend. Ich persönlich finde es toll, wenn eine Stimme flexibel ist und unterschiedlich klingen kann. Da hat aber der Opernbetrieb seine eigenen Regeln.

 

Hast Du noch weitere Fragen zum Thema Singen lernen oder Gesangsunterricht? In meinem Blog https://www.stimm-erfolg.de/blog findest Du viele Artikel rund um Stimme und Auftreten. Du kannst mir aber auch gerne eine Mail schreiben: stimmerfolg@miriam-meyer.de.